Zum Hauptinhalt springen

    Gartenwelten

    Naturstein, Beton, Holz oder Keramik

    Welche Terrassenplatten gibt es?

    Wir gehen, liegen, laufen, toben, essen und feiern auf ihr. Im Sommer ist sie unser zweites Zuhause und wird intensiv genutzt. Die Terrasse wird vor allem in den warmen Monaten zum Lebensmittelpunkt. Doch welcher Terrassenbelag ist für unsere Bedürfnisse der richtige?

    Wenn uns die warmen Temperaturen nach draußen locken, verwandelt sich die Terrasse in ein zweites Wohnzimmer, das von vielen mit mindestens ebensolcher Leidenschaft und Liebe zum Detail geplant wird.

    Vor allem die Wahl des Belags ist in diesem Outdoorbereich eine wichtige Entscheidung, wird dieser schließlich durch Sonne, Frost und Witterung stark beansprucht. Und da selbstverständlich auch der persönliche Geschmack mit hineinspielt, stellt sich die Suche oftmals als langwierig heraus. Wir möchten Ihnen daher einen Überblick über die wichtigsten Materialien und ihre speziellen Eigenschaften geben.

    Überblick über die wichtigsten Beläge

    MaterialVorteileNachteile
    Naturstein
    • Viele verschiedene Farben, Größen und Arten
    • Jeder Stein weist individuelle Maserung auf
    • Sehr haltbarer Belag
    • Höhere Anschaffungskosten
    • Größerer Verlegeaufwand
    • Nicht jeder Stein ist frostsicher
    Beton
    • Ebenso robust und frostsicher wie Naturstein
    • Geringere Anschaffungskosten
    • Großer Gestaltungsspielraum
    • Versiegelung oder Imprägnierung nötig
    • Hohes Eigengewicht macht Verlegung schwieriger
    Holz
    • Natürlicher Rohstoff
    • Heimische Hölzer durch spezielle Verfahren sehr haltbar
    • Einzigartige Atmosphäre und angenehmes Barfußgefühl
    • Keine Erhitzung bei hoher Sonneneinstrahlung
    • Speichert Wärme im Winter
    • Höherer Pflege- und Reinigungsaufwand
    • Tropische Hölzer haben eine schlechtere Ökobilanz (FSC-Siegel beachten!)
    Keramik
    • Extrem widerstandsfähig
    • Geringer Pflegeaufwand
    • Nahezu jede Optik umsetzbar
    • Bei geringer Qualität hohe Anfälligkeit für Schäden

     

    Naturstein

    Naturstein ist sicherlich einer der beliebtesten Terrassenbeläge überhaupt, ist er doch in den unterschiedlichsten Farben, Größen und Arten verfügbar. Die jahrtausendealten Steine verströmen durch ihre individuellen Optiken eine edle und gleichzeitig gemütliche Atmosphäre. Je nach Gesteinsart müssen Sie aber auf die Frostbeständigkeit sowie die Porosität achten. Naturstein gehört mit Sicherheit zu den haltbarsten Belägen, an denen Sie lange Freude haben werden. Die höheren Anschaffungskosten und die etwas aufwendigere Verlegung werden dadurch wettgemacht.

    Basalt
    • Farben: grau-blau, schwarz
    • Eigenschaften: säure- und tausalzbeständig, sehr feinkörnig, hart bis spröde, sehr widerstandsfähig, schlecht spaltbar, glatt-glänzende Oberfläche
    Gneis
    • Farbe: silbergrau-liniert
    • Eigenschaften: säure- und tausalzbeständig, gebürstete Oberfläche, pflegeleicht, angenehm begehbar
    Granit
    • Farben: weiß-grau, grau, rot, grün, gelb
    • Eigenschaften: säure- und tausalzbeständig, sehr hart, kaum Lagerbildung, sehr belastbar, widerstandsfähig, raue, glänzende Oberfläche
    Kalkstein
    • Farben: anthrazit, beige
    • Eigenschaften: raue Oberfläche, witterungs- und säureempfindlich
    Marmor
    • Farben: gelblich bis weiß, grünlich, rötlich, bräunlich, gräulich
    • Eigenschaften: raue Oberfläche, witterungs- und säureempfindlich, Designelement in Verbindung mit Basalt
    Porphyr
    • Farben: rot, rot-braun, gelblich, grünlich, gräulich
    • Eigenschaften: säure -und tausalzbeständig, hartes Gestein, starke Lagerbildung, schlecht spaltbar
    Quarzit
    • Farben: schwarz, gelb, rosa
    • Eigenschaften: hartes, festes Gestein
    Sandstein
    • Farben: grau-grün, grau-blau, grau-braun, hellbeige-grau, rötlich
    • Eigenschaften: sehr widerstandsfähig, leicht spaltbar, stumpfe Oberfläche, hohe Festigkeiten
    Travertin
    • Farben: hellbeige, rötlich
    • Eigenschaften: dichtes Gestein, gerumpelt (antiker Charakter), darf im Außenbereich nicht gespachtelt eingesetzt werden

    Tipp: Klinker werden manchmal günstig als Restposten verkauft oder sogar verschenkt. Sie eignen sich auch als Terrassenbelag und sorgen garantiert für eine einzigartige Optik.

    Beton

    Zugegeben, Beton hatte lange Zeit keinen guten Ruf: graue Klötze, kalt und ohne Flair. Wer noch immer dieses Bild von Beton im Kopf hat, sollte sich dringend einmal mit seiner enormen Gestaltungsvielfalt beschäftigen. Vor allem in Bezug auf Oberfläche, Design und Format lässt sich mit Beton einiges umsetzen. Zudem ist er genauso robust, frostsicher, belastbar und langlebig wie der Naturstein, punktet aber durch einen niedrigeren Anschaffungspreis.

    Eine Versiegelung hilft bei der Reinigung, da der Schmutz nicht in die offenen Poren eindringen kann (=dauerhaft). Setzt man stattdessen auf eine Imprägnierung, schützt man die Oberfläche, sodass sich der Belag leichter reinigen lässt (= Erneuerung alle 2-3 Jahre).

    Durch spezielle Herstellungsverfahren lassen sich fast jede Maserung, Farbe und Oberflächenbeschaffenheit erzeugen, die Sie sich vorstellen können. Möglich sind auch Optiken, die beispielsweise Naturstein oder Holz ähneln: Ob glänzend, matt, mit oder ohne Struktur, die Auswahl ist schier endlos.  

    Beton wird meist auf einer Sandzementmischung verlegt, die wasserdurchlässig ist. Durch das hohe Eigengewicht der Platten ist auch kein Leim oder ähnliches nötig, was auch die Verlegung preisgünstig gestaltet.

    Tipp: Bei groben Verschmutzungen auf Terrassenplatten aus Beton eignet sich Sand zur Reinigung.

    Holz

    Was liegt näher, als die Terrasse – das Tor zum grünen Garten – auch mit dem Naturrohstoff schlechtin zu gestalten? Nicht nur Bauherren und Renovierer, die auf die eigene Ökobilanz achten, schätzen Holz als Baustoff. Der natürliche Flair und die einzigartige Atmosphäre lassen sich mit kaum einem anderen Material erzeugen. Wie beim Gestein gibt es auch bei Holz unterschiedliche Arten, die sich mehr oder weniger für den Außenbereich eignen.

    Da fast keine Holzart direkt auf dem Boden aufliegen sollte, braucht es die passende luftige Unterkonstruktion – am besten auf Stelzen –, um Fäulnis und Schimmel zu vermeiden.

    Die besten Holzarten für den Terrassenbelag

    Lange Zeit wurden für Terrassen fast ausschließlich tropische Hölzer wie Teak, Bangkirai, Bongossi oder Meranti verwendet, da diese deutlich widerstandsfähiger und härter sind. Schließlich müssen sich diese gegen deutlich aggressivere Schädlinge zur Wehr setzen können, als hierzulande vorkommen. Nur die heimische Lärche, Douglasie oder Robinie können es mit dem Tropenholz aufnehmen, erreichen aber kaum die lange Lebensdauer von Teak und Co.

    Doch dem Fortschritt sei dank! Mittlerweile gibt es verschiedene Verfahren, auch die hierzulande vorkommenden Hölzer widerstandsfähiger zu machen und so den Regenwald zu schützen. Von Kesseldruck-Imprägnierung über die Thermobehandlung bis hin zu Holzkonservierung durch Wachstränkung und Wood-Polymer-Composites – auch bekannt als WPC – stehen heutzutage viele Möglichkeiten zur Verfügung, regionales bzw. heimisches Holz für den Terrassenbelag zu verwenden.

    Kesseldruck-Imprägnierung

    Hierbei handelt es sich um ein relativ altes Verfahren für Nadelhölzer. Dabei wird unter hohem Druck – etwa 10 bar – ein Holzschutzmittel tief in die Fasern des Holzes gepresst. Vor allem Kiefer ist dazu besonders gut geeignet.

    Thermobehandlung

    Thermoholz wurde unter Hitzeeinwirkung konserviert. Neben Buche sind Kiefer, Esche und Eiche geeignet für die Thermobehandlung und verfügen teilweise bis zu 25 Jahre Garantie.

    Holzkonservierung durch Wachstränkung

    Dieses sehr junge Verfahren arbeitet ähnlich wie die Kesseldruck-Imprägnierung. Statt Holzschutzmittel wird dabei jedoch über 100 Grad heißes Kerzenwachs bis in den Holzkern gepresst, sodass jede Zelle ausgefüllt wird.

    Wood-Polymer-Composites (WPC)

    WPC ist ein Verbundwerkstoff aus Holz und Kunststoff. Sägemehl wird mit Polyethylen oder Polypropylen vermischt. So werden die jeweiligen Vorteile der beiden Materialien kombiniert: WPC ist leichter und steifer als Holz, die Haptik und die holzähnliche Oberfläche bleiben aber erhalten. Allerdings heizt sich dieses Gemisch bei direkter Sonne stärker auf, was Barfußlaufen unangenehm machen kann.

    Was ist eigentlich WPC?

    WPC ist ein Verbundwerkstoff aus Holz und Kunststoff. Sägemehl wird mit Polyethylen oder Polypropylen vermischt.

    Eine Terrasse aus Holz weist naturgemäß einen höheren Pflege- und Reinigungsaufwand auf, dafür werden Sie ein wunderbar angenehmes Barfußgefühl verspüren, wenn Sie über Ihre Terrasse gehen. Außerdem heizt sich Holz nicht so stark auf wie beispielsweise Stein, in kälteren Jahreszeiten hingegen werden Sie die Wärme der vergangenen Tage noch lange nachspüren.

    Weiches Holz wie Fichte, Lärche oder Kiefer behandeln Sie am besten regelmäßig mit Pflegeöl. Tropische Hölzer sind sehr fäulnisresistent, dann sollten Sie aber unbedingt auf das FSC-(Forest Stewardship Council)-Siegel achten.

    Keramik

    Keramikplatten sind in Fachkreisen auch als Feinsteinzeug bekannt. Ton und weitere natürliche Rohstoffe werden bei ca. 1200 °C gebrannt, wodurch dieses Material eine extrem harte Oberfläche aufweist. Das macht Keramikplatten abriebfest und generell sehr widerstandsfähig.

    Durch das spezielle Herstellungsverfahren können mit Keramik Materialien wie Holz, Stein oder Beton nachgeahmt werden. Das macht es so vielseitig einsetzbar, da fast jeder Stil des Hauses im Outdoorbereich fortgeführt werden kann. Ein nahezu nahtloser Übergang von innen auf die Terrasse sorgt für eine einheitliche Optik, sodass die Terrasse wirklich zum zweiten Wohnzimmer wird.

    Für die Reinigung reicht meist warmes Wasser und ein Gummischrubber aus, da Keramik kaum Wasser und Schmutzpartikel aufnimmt.

    Ob starke UV-Belastung, Sturmböen, Starkregen oder Eis, Keramikplatten sind –  bei hochwertiger Verarbeitung und richtiger Verlegetechnik – äußerst resistent gegenüber Wettereinflüssen.